Was ist Tai Ji?

Tai Ji ist Meditation in langsamer, fliessender Bewegung. Die Symbolik der Bewegungen zielt mitten ins Leben. Tai Ji wird auch als "Tanz des Lebens" bezeichnet.

Tai Ji und Qi Gong stammen aus der Tradition des Taoismus. Die Denkweise des Taoismus hat ihren Ursprung in China, zur Zeit, als sich auch der Buddhismus ausbreitete, etwa um 500 vor Christus. Den bedeutendsten Zugang zum Taoismus gibt uns der chinesische Weise Lao-Tse, der als Autor des berühmten Weisheitsbuches Tao Te King gilt. In einer Sprache von starker Bildkraft kündet das Tao Te King vom Tao, dem Urgrund allen Seins, und von dessen Wirkkraft in uns Menschen.

Wenn man sich mit dem Tao auseinandersetzt, so fallen rasch Ähnlichkeiten auf zu dem, was  Christen Gott nennen, oder göttliche Kraft, die alles Sein durchdringt. Das Tao ist aber letztlich nicht beschreibbar, auf keine Weise personal denkbar, ja, jeder Versuch, das Tao mit Worten zu fassen, greift zu kurz. Aber Tao kann erfahren werden, zum Beispiel im Praktizieren von Tai Ji.

Das Wirken des Tao zeigt sich im Leben als Dualität, als immerwährende Folge von Polaritäten, als Werden und Vergehen, als Freude und Leid, als männlich und weiblich, als Einatmen und Ausatmen. Die dazu gehörigen taoistischen Begriffe sind Yang und Yin, dargestellt im bekannten Symbol, das die unaufhörliche Folge der Polaritäten des Lebens zeigt.

               

Beide Pole gehören zum Leben. Sie bedingen einander, ja enthalten einander: im Hellen der dunkle Punkt, im Dunklen der helle Punkt. Wer nur das Helle leben will, verbannt das Dunkle in den Schattenbereich, wo es unbewusst weiter wirkt.

In den sanften Bewegungsabläufen des Tai Ji kann das ständige Fliessen dieser Dualitäten des Lebens erlebt werden, das Zusammenspiel von Hell und Dunkel, von Yang und Yin. Wer dieses Zusammenspiel in seinem Leben erkennen und annehmen kann, ist weise, sagt das Tao Te King.

 

 

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